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IBM-kompatibel: Wie aus einem Computer der PC wurde

So um 1995 begann für mich das PC-Zeitalter. Nach C64 und Amiga 500 stand endlich ein Peacock mit Pentium 120 im Kinderzimmer. Einen 133er hätte ich gerne gehabt, aber dafür reichte die Asche nicht. Irgendwo im Handbuch standen dann diese zwei Worte: „IBM-kompatibel“. Klang wichtig. Nur: Was genau sollte da eigentlich kompatibel sein?

IBM baut einen PC – und liefert die Vorlage

Die Geschichte führt zurück ins Jahr 1981. IBM wollte einen Computer für den Schreibtisch bauen, und das in nur zwölf Monaten. Für den sonst eher gemächlichen Konzern war das sportlich. Don Estridge und sein Team griffen deshalb zu verfügbaren Komponenten: ein Prozessor von Intel, das Betriebssystem von Microsoft. IBM dokumentierte den Aufbau des Rechners ausführlich in öffentlich erhältlichen technischen Unterlagen.

Der IBM PC wurde ein Erfolg. Und wenn sich mit einem Computer Geld verdienen lässt, sind die Nachbauer selten weit. Ihr Ziel: eigene Rechner, auf denen die Programme des IBM PC liefen und die sich mit passender Hardware erweitern ließen. Genau dieses Versprechen steckte hinter „IBM-kompatibel“.

Die Sache mit dem BIOS

Eine Hürde blieb: das BIOS. Diese kleine Software vermittelt zwischen Programmen und Hardware. IBM hatte den Quellcode zwar abgedruckt, aber damit war er noch lange nicht zur freien Verwendung gedacht. Einfach abschreiben war also eine ziemlich schlechte Idee.

Compaq entwickelte deshalb ein eigenes BIOS nach dem Clean-Room-Prinzip: Ein Team beschrieb das Verhalten des Originals, ein getrenntes Team schrieb anhand dieser Vorgaben neuen Code. Der sollte sich genauso verhalten, ohne IBMs Code zu kopieren. Mit dem Compaq Portable wurde daraus ein tragbarer IBM-kompatibler Rechner. Tragbar hieß damals übrigens: Kasten mit Griff und Röhrenmonitor drin. Rückenfreundlich geht anders.

Weitere Hersteller folgten. Je mehr kompatible Rechner es gab, desto attraktiver wurde die Plattform für Softwareentwickler. Und je mehr Programme erschienen, desto mehr Leute wollten so einen PC. Aus IBMs Computer wurde eine ganze Geräteklasse. Als mein Pentium im Kinderzimmer ankam, war der Hinweis „IBM-kompatibel“ schon dabei, langsam aus dem Alltag zu verschwinden. Ein PC war eben ein PC.

Die ganze Geschichte zum Hören und Schauen

Im Podcast gehe ich der Sache ausführlicher nach: von IBMs Zeitdruck über Compaqs Nachbau bis zu alten Vobis-Prospekten, die ziemlich frech für ihre kompatiblen Rechner warben. Die Audiofolge könnt ihr direkt hier anhören. Wer lieber schaut, findet die Videoversion auf YouTube direkt unter dem Einstieg.

Audiofolge auf datort.de: Legal geklaut? Wie „IBM-kompatibel“ zum PC-Standard wurde

Cover der Podcastfolge

IM GESPRÄCH

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